MCK 0.5 Bestückungsanleitung Experimentierplatine

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  • Anleitung zur Bestückung des Attiny13- Experimentierboards
    Bestückungsanleitung des Experimentierboards



    Hier nun eine Anleitung für die Bestückung des Attiny13- Experimentierboards. Diese Anleitung ist vorwiegend für Newcommer und wenig geübte Nachbauer gedacht. Alte Hasen kennen die Vorgehensweise sicher aus eigener Erfahrung.
    Die besten Lötergebnisse habe ich mit 0,5 mm Lötzinn erreicht. Lediglich die Schraubanschlußklemmen habe ich mit 1mm Lötzinn gelötet.
    Es soll hier keine umfangreiche Anleitung zum Löten gegeben werden. Hier lediglich einige allgemeine Tips. Für weitergehende Informationen findet Ihr im Internet entsprechendeLötanleitungen.
    • Nur Elektroniklötzinn mit Flußmittelkern verwenden
    • Kein Lötfett verwenden
    • Mit der Lötspitze Leiterbahn, Bauteilanschluß und Lötzinn gleichzeitig erwärmen
    • Nicht zu lange löten (maximal 5 Sekunden)
    • Halbleiter (IC´s, Dioden und Transistoren) sind besonders hitzeempfindlich.
    • Die Schraubklemmen müssen etwas länger erhitzt werden
    • Eine richtige Lötstelle bildet sich kegelförmig um den Anschlußdraht und glänzt
    • Besonders gefährlich, weil schlecht auffindbar sind kalte Lötstelle.
    Einige Merkmale von kalten Lötstellen:
    • Kugelförmige Lötstelle am Bauteilanschlußdraht
    • Matte, unebene Oberfläche der Lötstelle
    • Verwackelt während der Auskühlung der Lötstelle
    Link zu einem öffentlich Warenkorb bei Reichelt, welcher die benötigten Bauteile für die Experimentierplatine enthält. Kaufen könnt Ihr ja ruhig woanders:)


    Benötigtes Werkzeug
    Für die Platinenbestückung ist nicht viel Werkzeug erforderlich. Unabdingbar ist ein kleiner Seitenschneider zum Abschneiden des Drahtüberstandes über der Lötstelle. Sehr hilfreich ist unteranderem auch eine Biegelehre aus Kunststoff, welche für wenig Geld bei den Elektronikversendern zu bekommen ist.
    Besonders wichtig ist dies bei Dioden im Glasgehäuse, wie der hier verwendeten Zenerdiode ZP 5,1, da hier ein Abbiegen des Anschlußdrahtes zu nah am Gehäuse zur Zerstörung des Bauteils führenkann.

    Mit den Dioden und Widerständen geht es los
    Generell wird mit den flachsten Bauteilen angefangen. Dies sind bei uns Dioden und Widerstände.
    Somit beginnen wir mit den drei Zenerdioden, die in meinem Bauteilset noch gegurtet sind. Bei den Dioden müßt Ihr auf die richtige Polung achten. Der schwarze Ring auf der Diode muß mit dem Strich auf dem Bestückungsdruck übereinstimmen. Der Strich makiert den Minuspol (Kathode) der Diode (der Pluspol wird als Anode bezeichnet).
    • Biegt die Anschlußdrähte möglichst mit einer Biegelehre oder mit Hilfe einer Flachzange im Winkel von 90 Grad ab und steckt die erste Diode in die Platinenbohrungen.
    • Dreht die Platine um und biegt beide Drähte etwas nach außen, damit das Bauteil nicht aus der Platine fallen kann
    • Verlötet beide Anschlüsse wie oben beschrieben und schneidet die überstehenden Drahtenden über der Lötstelle mit dem Seitenschneider ab.
    Wiederholt diesen Vorgang für die beiden anderen Zenerdioden. Die schwarze Diode folgt später, da diese dicker als die Widerstände ist.



    Jetzt geht es an die Widerstände. Sortiert die Widerstände nach Werten. Folgende Widerstände werden hier verwendet:
    • 33 Ohm (orange-orange-schwarz-gold)
    • 120 Ohm (braun-rot-braun-gold)
    • 150 Ohm (braun-grün-braun-gold)
    • 4k7 Ohm (gelb-violett-rot-gold)
    • 10k Ohm (braun-schwarz-orange-gold)
    • 33k Ohm (orange-orange-orange-gold)
    Vorsicht! der 33 Ohm und der 33k Ohm Widerstand sehen sich sehr ähnlich.
    Im Bauteilset findet Ihr noch 3 gegurtete Bauteile, welche wie Widerstände aussehen, jedoch nur einen schwarzen Ring haben. Dies sind sogenannte Nullohmwiderstände, wie sie in Bestückungsautomaten für Brücken eingesetzt werden. Ich finde diese praktisch und habe sie deshalb den Bauteilsätzen beigefügt. Bei Eigennachbauten können einfache Drahtbrücken aus abgeschnittenen Widerstand-Anschlußdrahtresten verwendet werden.
    Bestückt die Widerstände analog wie die Dioden gemäß dem Bestückunsaufdruck und vermeidet Fehler bei den Widerstandswerten. "Profi´s" achten darauf, dass der goldene "Toleranzring" (er gibt die Genauigkeit des Widerstandswertes in % an) bei allen Widerständen in die gleiche Richtung zeigt. Das erleichtert bei Kontrollen die Decodierung (das Lesen) der Widerstandswerte.
    Als nächstes folgt die schwarze Diode die als Verpoolungsschutz dient. Hierbei achtet Ihr wieder auf den Kathodenring, der auf der schwarzen Diode weiß oder silber ist.



    Als nächstes löten wir die IC- Fassung für unseren Attiny13 ein. Die Fassung hat auf einer Seite eine Einkerbung. Diese muß mit dem Bestückungsdruck übereinstimmen, damit der Controller später nicht falsch herum eingesetzt wird. Auf unserer Platine zeigt diese Kerbe nach unten.
    Es ist ratsam, erst einen Pin der Fassung zu verlöten und danach zu prüfen, ob die Fassung gleichmäßig auf der Platine aufliegt. Wenn alles stimmt, die anderen Pins verlöten.
    Unterhalb der Fassung sitzt der 100n Kondensator. dieser ist nicht besonders hoch und kann jetzt eingelötet werden. Die Polatität spielt bei diesem Bauteil keine Rolle. Nicht immer steht dieWertangabe in Klartext auf diesen Kondensatoren. Hier kann beispielsweise auch 103 oder .1 (Punkt und nachfolgend eine 1) stehen



    Anschließend werden die Leuchtdioden eingelötet. Leuchtdioden müssen wie normale Dioden richtig gepolt eingebaut werden. Der Minusanschluß (Kathode) weist in der Regel einen kürzeren Anschlußdraht auf. Ist das nicht der Fall, kann man die Diode gegen das Licht halten. Man sieht dort zwei unterschiedlich große Enden der beiden Anschlußdrähte. Das dickere Ende gehört zur Kathode (Minus).
    Auch auf der Platine ist der Minuspol gekennzeichnet: Die Bohrung an der abgeflachten Seite des Kreises für die LED ist der Minuspol.
    Leuchtdioden sind temperaturempfindlich!!! Nicht zu lange löten (siehe oben)



    Jetzt sind die Taster an der Reihe. Wenn Ihr Exemplare mit gebogenen Beinen habt, biegt diese vor dem Bestücken mit einer Flachzange gerade. Es ist ratsam zumindest einen Taster durchzumessen um diese nicht falsch einzulöten. Bei Verbindung der oberen Pins mit den unteren Pins muß ein Schalten möglich sein. Die Pins rechts und links sind miteinander verbunden. Ansonsten gibt es "Dauerreset"und nichts funktioniert.



    Nun folgen die Stiftleisten. Meinen Bausätzen liegen kürzbare Exemplare bei, die ohne Säge auf "Format" kürzbar sind. Auch lassen sich hier nicht benötigte Stifte herausziehen. Dies wirkt sich positiv auf die ordentliche Ausrichtung beim Löten aus. Wenn Ihr die Stiftleisten selber anfertigt achtet genau auf den Bestückungsdruck. Bei Verwendung meiner Teilesätze sucht Euch die jeweils notwendigen Stiftleisten aus den Bauteilen. Ein Stück Schaumstoff (z.B. Weintraubenverpackung aus dem Discount) hilft, damit beim Umdrehen der Platine keine Bauteile herausfallen. Im nächsten Schrittfolgt das Trimmpotentiometer, dessen Einbau dem Bestückungsdruck zu entnehmen ist.



    Jetzt geht es an die Schraubklemmen. Diese benötigen etwas mehr Hitze, also nicht zu kurz löten. Anschließend den Transistor wie auf dem Bestückungsdruck in die Platine stecken und verlöten (jetzt wieder nicht so lange löten und keine "Beine" über Kreuz einlöten).



    Lötet jetzt den Buzzer ein. Der Pluspol zeigt dabei nach rechts. Dies ist auf der Platine nicht vermerkt.

    Die beiden ISP Wannenstecker richtig herum einlöten (Aussparung jeweils nach rechts, wie aufgedruckt), anschließend den seriellen Anschluß einsetzen und zunächst die 9 Anschlüsse verlöten. Wichtig ist, dass das Bauteil flach aufliegt! Danach die Befestigungslaschen (3mm- Löcher) mit viel Hitze und ausreichend Lötzinn verlöten. Auch hier bildet sich dann eine kegelförmige Lötstelle. Das ist wichtig, da die serielle Anschlußbuchse auch mechanisch belastet wird.



    Es fehlt nun noch der 220pF Kerko des ISP- Programmers. Hier ist keine Polung zu beachten. Anders bei unserem letzten Teil, dem Elko unter der Anschlußklemme. Hier muß der Minunspol nach links weisend eingelötet werden. Zu erkennen am kürzeren Anschlußbein oder am Aufdruck.
    Zum Abschluß kontrolliert noch einmal die Bestückung und überprüft auf der Lötseite ob ihr versehentlich Lötbrücken oder Lötzinnreste "eingebaut" habt.
    Ist bis hierher alles richtig, sollte die Platine eigentlich funktionieren. Ich habe diese bereits viele male aufgebaut und kann somit Fehler im Layout ausschließen.

    Wenn alles ordnungsgemäß aufgebaut ist wird der Mikrocontroller in die Fassung gesteckt (auch hier auf die Kerbe achten, diese zeigt hier nach unten!) und die Jumper wie in der folgenden Abbildung in die Grundstellung gesteckt. Jetzt kann es dann mit der Proaxis losgehen.




    Weiter mit Bezug von Originalplatinen

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